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Mit dem Charme des Darms ist es ja meist so eine Sache und den Meisten ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, welchen Einfluss dieses Organ auf unser Wohlbefinden, unseren Energiehaushalt, unser Immunsystem und einiges andere mehr - also auf unser Leben - hat.

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, ist der Darm noch steril. Doch im Laufe der ersten beiden Lebensjahre lassen sich dort, bedingt durch die Nahrungsaufnahme, zwischen einhundert und vierhundert verschiedenen Bakterienarten nieder. Diese sogenannte Darmflora, das heißt das miteinander Leben verschiedenster Bakterien, kann sich im Laufe des Lebens, je nach Bedarf, verändern.

Die im Darm ansässigen, physiologischen Darmbakterien leben in einer Symbiose mit dem Wirt, also mit dem Mensch. Sie leben vom Darminhalt, nutzen ihn aber auch auf vielfältigste Art und Weise.
Die Bakterien in der physiologischen Darmflora übernehmen lebenswichtige Aufgaben. Sie bilden eine Barriere, um das Niederlassen pathologischer Keime zu verhindern. Da die Zellwandstrukturen der „guten“ Darmbakterien als sogenannte Antigene wirken können, verursachen sie eine physiologische Entzündungsreaktion, was wiederum dazu führt, dass das darmspezifische Immunsystem aktiviert und dadurch der Körper zur Abwehr angeregt wird. Die „guten“ Darmkeime führen körpereigenes Recycling durch, in dem sie bereits verwendete Gallensalze und Sexualhormone wieder dem Organismus zurückgeben. Die physiologischen Darmbakterien besitzen ihren eigenen Stoffwechsel, bei dem sie Vitamine, wie K,B2 ,B12, Folsäure und Biotin selbst herstellen.

Etwa drei Viertel aller Körperzellen, die mit der Abwehr beschäftigt sind und Abwehrstoffe bilden, sind im Darm beheimatet und in den Darmfalten angesiedelt. So befinden sich in den Darmwänden mehr weiße Blutkörperchen als in der Blutbahn. Diese Zellen produzieren ständig Antikörper gegen Eindringlinge. Der Darm schickt Abwehrzellen in die Blutbahn und warnt andere Organe vor den fremden Stoffen. Eine gesunde Darmflora verhindert, dass sich schädliche Keime einnisten, die zu Störungen des Immunsystems führen können. Normalerweise verfügt der Körper über ein hervorragendes Selbstregulationssystem, welches vor allem bei kurzfristigen Belastungen schnell reagiert. Dauern jedoch negative Einflüsse über längere Zeit an, kann dies zu einer Verdrängung der Darmflora führen. Pathogene Keime können sich dann immer mehr ausbreiten und die nützlichen Darmbakterien verdrängen.

Die Darmflora ist nicht bei jedem Menschen gleich. Sie ändert sich mit der Nahrung und auch im Laufe des Lebens, vor allem im Alter. So ist zum Beispiel die Zusammensetzung der dort angesiedelten Bakterien bei Personen, die viel tierisches Eiweiß zu sich nehmen eine andere als bei jenen, die sich vorwiegend vegetarisch ernähren.

​Denn je nachdem, wie sie gefüttert werden, entwickeln sich verschiedene Bakterienstämme unterschiedlich. Es gibt vier Bakterienstämme, von denen zwei besonders interessant sind. Da sind die Bacteroidetes (Schlankmacher- Bakterien)​ und die Firmicute (Dickmacher-Bakterien)​.

Relativ viele Menschen haben ein Übermaß an den Dickmacher- oder auch Urbakterien im Darm. Es sind Mikroorganismen, die uns vor 30.000 bis 40.000 Jahren am Leben erhalten haben. Sie waren darauf ausgerichtet, so viele ­Kalorien wie möglich aus der Nahrung herauszuholen und in Fettdepots zu speichern. "Diese Urbakterien, .... sind nur allzu oft dafür verantwortlich, dass die Kalorienbilanz des Betroffenen viel höher ausfällt, als er es mit Nährwerttabellen berechnet, und sein Übergewicht sich daher trotz scheinbar geringer Kalorienmenge nicht verringern will", so die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Probiotische Medizin (ÖPROM), Anita Frauwallner.

Die Bacteroidetes überwiegen bei schlanken Menschen – sie haben sich an unser neuzeitliches Essverhalten angepasst. Sie haben erkannt, dass dem Körper täglich zuviel Nahrung zugeführt wird, und können "leere" Kohlenhydrate isolieren und ungebraucht aus dem Körper abtransportieren.

​Wer sich selbst als "guten Futterverwerter" bezeichnet, sollte sich einmal mit einer Darmsanierung und natürlich einer Ernährungsumstellung auseinandersetzen.

​Darüber hinaus können viele ​andere Faktoren eine Darmflora ins Ungleichgewicht bringen. So zum Beispiel Infektionen, ausgelöst durch Erreger aus der Gattung der Streptokokken, Staphylokokken, Pilze und Amöben. Ebenso kann eine ungesunde Ernährung dazu beitragen, dass die Darmflora gestört ist. Zuviel tierisches Eiweiß und Fett in der Ernährung fördert das Entstehen von Fäulnisbakterien und behindert somit die nützlichen Milchsäurebakterien. Durch die Gärung entstehen Toxine, die die Darmwand durchdringen können und dann in den Organismus gelangen. Zuckerhaltige Lebensmittel machen pathologischen Hefepilzen die Bahn frei zu Niederlassung.

Verschiedene Medikamente können physiologische Microorganismen im Darm vernichten und schädigen somit die Darmflora. Dazu gehören Antibiotika, Glucocorticoide, und die Pille. Somit wird pathologischen Keimen Tür und Tor geöffnet, um sich im Darm fest zu setzten. Umweltschadstoffe, wie zum Beispiel Cadmium und Blei behindern das Wachstum der physiologischen Darmbakterien. Fehlen dem Körper Gallensäure, Magensäu​r​e oder Pankreasenzyme (Enzyme der Bauchspeicheldrüse), verändert sich das Nährstoffangebot für die nützlichen Microorganismen. Daraus kann ebenfalls ein Ungleichgewicht in der Darmflora entstehen. In der Naturheilkunde gilt eine gestörte Darmflora als Ursache einer Vielzahl von Erkrankungen.

​WAS KÖNNEN WIR JETZT TUN?

​Für die Optimierung des Verhältnisses der Dickmacher-Bakterien zu den Schlankmacher-Bakterien hilft eine kohlenhydratreduzierte Ernährung. Diese entzieht den Firmicuten etwas den Nährboden, was sie durchaus dezimiert und den Bakteroidetes mehr Platz verschafft.

Darüber hinaus sollte die Darmflora mit "guten" Darmbakterien gefüttert werden. Dies erfolgt meist mit probiotischen Kulturen. Probiotik bedeutet "für das Leben". Zu den probiotischen Stoffen zählen vor allem lebende aktive Milchsäurebakterien, die gegen die Magen- und Gallensäure widerstandsfähig sind. Diesen probiotischen Kulturen werden gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen. Dazu gehören Bifidobakterien, und verschiedene Arten von Lactobazillen. Probiotika können das Wachstum pathogener Keime hemmen und durch ihre Ansiedelung im Darm, die Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringen. Diese Milchsäurebakterien sind auch in der Lage, die Konzentration toxischer Substanzen im Darm zu verringern und bakterielle bedingte Durchfallerkrankungen abzuschwächen oder dazu beizutragen, diese zu verhindern.

Zusätzlich werden häufig noch Praebiotika eingesetzt. Praebiotika sind pflanzlicher Herkunft und dienen den angesiedelten Milchsäurebakterien als Nahrung, was das Wachstum dieser nützlichen Darmbewohner unterstützt. Dies trägt dazu bei, das Gleichgewicht der Darmflora zu stabilisieren. Zu den Praebiotika gehören Ballaststoffe, wie zum Beispiel Inulin, Oligofructose und Tobinambur.

Alle bekannten probiotischen Stämme sowie das Präbiotika Inulin enthält beispielsweise der probiotische Joghurt der Firma Global Well international.

http://trainer.globalwell-international.com/shop/produkte/id/Yogurt

Um eine gesunde Darmflora zu gewährleisten, sollte die Ernährung außerdem ausgewogen, gesund und vor allem vorwiegend basisch sein. Eine basische Kost enthält vor allem Gemüse und Obst. Tierisches Eiweiß dagegen gehört zur sogenannte "sauren" Kost und sollte eher weniger verzehrt werden. Zuckerhaltige Speisen, Süßigkeiten und Weißmehl tragen, wenn in Übermaß genossen, dazu bei, dass sich Pilze im Darm sehr wohl fühlen können.

Ein gesunder Tee, der die Darmflora beim Wiederaufbau unterstützt ist der sogenannte „Vier-Winde-Tee“. Er besteht aus Koriander, Fenchel, Kümmel und Anis, jeweils zu gleichen Teilen. Diese Teemischung schmeckt köstlich, unterstützt den Darm und wirkt gegen Blähungen.


Rezept des Monats

Auch wenn diese Rezept nicht zu 100 % in die gesunde Küche gehört, etwas abgewandelt und in Maßen genossen, ist es aber eine leckere Idee für das Halloweenbuffet.

Zutaten:

300 g Hokkaidokürbis (ungeputzt ca. 400 g)
2 EL Honig
1 Pkch Vanillezucker
140 g Mehl
Salz
2 TL Trockenhefe
3 EL Joghurt
Öl zum Frittieren
100 g Xucker
1 TL Zimtpulver

Zubereitung:

Den Kürbis waschen, putzen und würfeln. In einem Dämpfeinsatz über kochendem Wasser 8-10 Min. dämpfen. Abkühlen lassen und mit einer Gabel fein zerdrücken. Mit Honig, Vanillezucker, Mehl, 1 Prise Salz, Hefe und Joghurt zu einem klebrigen Teig vermengen und zugedeckt 45 Min. gehen lassen.

In einem Topf 5 cm hoch Öl erhitzen, bis an einem hineingehaltenen Holzstäbchen Blasen aufsteigen. Zucker und Zimt vermengen. Mit zwei Esslöffeln vom Teig Nocken abstechen und goldbraun ausbacken. Krapfen aus dem Fett heben, auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen und im Zimtzucker wenden.


Copyright, 05.10.2014, Mandy Heymann