Ganz einfach, früher war Faulheit überlebenswichtig und Sport nur ein notwendiges Übel. "Im kargen Alltag des Urmenschen, der ständig Nahrung suchen, kämpfen oder fliehen musste, wäre Energieverschwendung ein tödlicher Luxus gewesen" so Joachim Mester, Institutsleiter an der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS).

Heute weiß man, dass sich Sport auf beinahe jeden Teil von Körper, Geist und Seele positiv auswirkt. Sport ist tatsächlich oft die beste Medizin und es ist nie zu spät, damit anzufangen.

Denn anders als unsere Vorfahren, die sich Tag für Tag kilometerlang durch die Steppe schleppten, sitzt der heutige Mensch oft den ganzen Tag im Auto, am Rechner oder vor dem Fernseher. Doch dafür sind wir genetisch schlicht falsch ausgerüstet, wir werden fett; und mit dem Speck kommen die Zivilisationskrankheiten.

Dabei ist die Lösung so simpel: Bewegung und das regelmäßig!

Selbst chronisch Kranke profitieren davon. Wurden Patienten noch vor kurzem gnadenlos stillgelegt, lässt man heutzutage sogar Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz regelmäßig, aber moderat Sport treiben. Neben einer verbesserten Belastbarkeit hellt sich bei den meisten Betroffenen auch das Gemüt spürbar auf.

Mit den neurobiologischen Zusammenhängen von Training, Stress und Spiritualität befasst sich der Neurowissenschaftler Stefan Schneider von der DSHS Köln. Die Stresswahrnehmung entsteht im vordersten Hirnareal, dem präfrontalen Kortex. Als entwicklungsgeschichtlich jüngster Teil des Gehirns verarbeitet der Vorderlappen permanent Milliarden von Informationen und filtert die relevanten Daten aus. Erst das ermöglicht rationales Handeln.

Das Problem: Wenn die Reize überhand nehmen, verstopfen sie den Vorderlappen - wie den Prozessor eines Rechners, auf dem zu viele Programme geöffnet sind. "Wir fühlen uns überfordert, geraten in Stress", erklärt Schneider. "Das archaische Reaktionsmuster ist Bewegung: Wir wollen weglaufen oder werden aggressiv - stattdessen kanalisieren wir den Stress nicht mehr, sondern fressen ihn in uns rein."

Durch Sport lässt sich die elektrische Aktivität im Frontalkortex deutlich herabsetzen. Der Stress verfliegt.

Auch die Bildung von Testosteron springt bei anstrengendem Training an. Das Sexualhormon wirkt sich direkt auf die Psyche aus: Männer etwa, deren Testosteronproduktion nach einer Krebserkrankung der Prostata geblockt werden muss, droht eine Depression. Leicht erhöhte Testosteronspiegel können dagegen zu einer eher forschen und zuversichtlichen Lebenseinstellung führen.

Schneider sieht einen klaren Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Mangel an Bewegung und der steigenden Zahl psychischer Störungen. Knapp bringt es der Neurowissenschaftler auf den Punkt: "Nur wer sich körperlich verausgabt, der kann sich hinterher auch entspannen."


Rezept des Monats

Ayurvedische Rezepte, da denken sicher viele an aufwendige Gerichte mit exotischen Zutaten, die es kaum zu kaufen gibt. Aber es geht auch einfacher - denn nach ayurvedischer Ernährungslehre und Traditioneller Chinesischer Medizin gelten bestimmte Lebensmittel als wärmend. Dazu gehören scharfe Gewürze wie Chili, Pfeffer, Ingwer und Nelken. Außerdem befeuern harte Gemüse (z. B. Möhren, Sellerie, Kürbis, Rote Bete), Fleisch und Alkohol den inneren Ofen - auch Nüsse, Kerne und Samen. Ganz entscheidend ist die Zubereitung: Alles, was lange gekocht oder sehr schnell und sehr heiß zubereitet wurde - auf dem Grill, in der Fritteuse oder im Wok -, heizt ordentlich ein. Alle Zutaten sollten sehr klein geschnitten und mit möglichst wenig Wasser gegart werden, einzige Ausnahme: Suppen.

Einen besonderen Glühwürmchen-Effekt gibt es durch die Rote Bete-Consommé.

Hier befeuert rote Bete den inneren Ofen - die perfekte Suppe zum Aufwärmen nach einem langen Spaziergang zum Beispiel.

Zutaten für 4 Personen:

500 Gramm Rote Bete
1 TL Kreuzkümmelsamen
2 EL Ghee (Butterschmalz)
750 Milliliter Gemüsebrühe
1/2 TL Koriander
1/2 TL Ingwer
1 Prise Nelke
1 Prise Zimt
1 Prise Kardamom
Salz
Pfeffer (frisch gemahlen)

Zubereitung:

Rote Bete schälen, eine kleine Knolle beiseite legen, den Rest grob raspeln oder würfeln. Den Kreuzkümmel im heißen Butterschmalz andünsten, bis er duftet, dann die Rote Bete zugeben. Kurz andünsten, dann Brühe angießen und Koriander, Ingwer, Nelke, Zimt und Kardamom zugeben. Die Suppe 30 Minuten kochen lassen, anschließend durch ein Sieb gießen.

Die beiseite gelegte Rote-Bete-Knolle in sehr feine Würfel schneiden und in der heißen Brühe etwa 10 Minuten leicht kochen lassen. Die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zubereitungszeit ca.: 60 Minuten

Pro Portion 105 kcal, 6g Fett, 12g Kohlenhydrate, 7g Eiweiß


Copyright, 22.01.2015, Mandy Heymann